MABON / ALBAN ELFED

Mabon ist das zweite Erntefest und irgendwie mein Lieblingsfest.

 

Der Sommer verabschiedet sich und der Herbst bringt Nebel und Feuchtigkeit. Die Tage sind gleich lang wie die Nächte und ab diesem Tag werden die Tage immer kürzer. Die Sonnenkraft nimmt ab.

 

Die Haupternte von Getreide und vielen Obstsorten ist schon vorbei. Die letzten Früchte reifen nach und werden für die Wintervorräte gesammelt. Die wichtigen Obst- und Beerenfrüchte (Hagebutte, Schlehe, Weißdorn, Mispel, Holunder usw.) reifen noch nach und werden erst nach dem ersten Frost genießbar.  Die letzten Heilkräuter und Wurzel werden noch gesammelt. Die wichtigen Winterfrüchte werden auch langsam so weit (Kraut, Kohl, Wurzelgemüse, Bohnen usw.). Es wird eingekocht und eingeweckt was das Zeug hält. Die Scheunen sind schon voll, die Erdkeller werden gerade gefüllt. Die Trauben werden reif und es wird Wein gemacht. Auch das Bier wird gebraut und der Schnaps gebrannt. Überall dampft es, kocht und die Feuer brennen.

 

Das keltische Jahr geht langsam zu Ende. Das ist das letzte Fest im Jahr, welches am 31.10. endet. Die Wände zwischen den Welten sind an dem Tag sehr dünn und durchsichtig. Es werden die Ahnen geehrt und mit den Wesen aus dem Anderswelt gesprochen. Die Natur bereitet sich langsam für den Winterschlaf vor.


ÜBERLIEFERUNG / SCHWELLENFEST

Die Natur und die Menschen mit ihr, stehen auf einer wichtigen Schwelle. Anders als am Ostara (Frühlings Tagundnachtgleiche) geht es diesmal andersrum. Am Ostara ist die Freude groß, der Sommer beginnt. Am Mabon breitet sich Unbehagen und Angst vor dem kommenden Winter aus. Es wird fleißig gesammelt was man unter Finger bekommt und ganz arg gehofft den Winter überstehen zu können. Am Mabon wird gemeinsam der Schritt in die kommende Jahreszeit gemacht. So fällt es auch leichter. Die Feuer brennen lichterloh. Ein Sprung über das Feuer symbolisiert den Sprung in die neue Jahreszeit. Es wird versucht, mit dem Fest, die Schwere und Zögerung zu überwinden, welche sich ausbreitet. Der Angst zum sterben wird spürbar. Es gilt tapfer zu sein und sich für den Winter gut vorzubereiten. Es gilt auch die Zuversicht zu bewahren, dass diese Zeit vorbei geht und die Fruchtbare Zeit wieder kommt.

 

Der Mabon (auf Walisisch der große Sohn) ist der Sohn der Modron (die Erdmutter und Schützherrin der Anderswelt). Als er nur drei Nächte alt war, verschwand er und wurde überall gesucht. Seine Mutter litt furchtbar. Am Ende wurde er von drei Tieren (dem Amsel, dem Hirsch und der Eule) in der Bauchhöhle der Mutter Erde in der Anderswelt gefunden.

 

In der slawischen Mythologie wird erzählt, dass das Sonnenkind sehr krank wird. Seine Kräfte nehmen täglich ab. Die alte Morag, die Herrscherin der Unterwelt / Anderswelt, bereitet die Moore und die Bauchhöle der Muter Erde für die Heilung des Sonnenkindes vor. Am Samhein wird sie das kranke Sonnenkind zu sich in die Moore, in die Bauchhöhle der mutter Erde holen, um es zu heilen. Die gleiche Geschichte wird in allen bekannten europäischen Überlieferungen erzählt. Nur die Namen ändern sich.

 

Die Zugvögel sind schon abgereist. Die Tiere, welche den Winter verschlafen, haben schon ziemlich viel Fett angefressen und bereiten sich langsam für die Ruhezeit vor. Die anderen füllen noch deren Wintervorräte auf. Die Nüsse werden reif. Die Hirsche röhren durch die Wälder. Es ist die Paarungszeit. Auch bei den Hausschafen sieht es ähnlich aus. Die jungen Tiere sollen im frühen Frühjahr auf die Welt kommen und die volle Fülle am Grünfutter komplett, für den Wachstum, ausnutzen können. Im Herbst sollen sie groß und kräftig sein um Winter überleben zu können.


DER BRAUCH

Die Ernte ist eingefahren. In einem guten Jahr sind die Vorratskammer voll. Das gibt einen großen Grund sich zu freuen, zu feiern und zu tanzen. Die letzten Ähren, Blumen und Früchte werden zu Sträuße gebunden und auf den Felder gelassen. Das ist ein Dank an die große Mutter und wenn man so will eine Opfergabe. Die Türschwellen werden mit Früchtekörben oder Kränzen geschmückt. Die Haustiere auch. In den Bergregionen wird festlich der Almabtrieb und Viehscheid veranstaltet und gefeiert. Die Haustiere verlassen die Bergwiesen und werden wieder in das heimische Stall gebracht. Auf den großen Kartoffelfeuer werden die Kartoffel gebraten.

 

Mit den riesigen Feuer versucht man die kommende Kälte und Feuchtigkeit abzuhalten. Ein gewagter Sprung über das Feuer wird von den jungen Menschen gewagt. Wichtig ist es aber mit dem "richtigen" Fuß zu springen und aufzukommen. Das wird als ein gutes Omen gedeutet. Der Wein und andere gebrauten und gebrannten Getränke werden festlich gekostet. Die Jäger bringen wieder Wild nach Hause. Die Festtafel biegt sich unter den Gaben der reichen Ernte.

 

Die Kornkränze werden geflochten und im Haus aufbewahrt. Im Frühjahr werden diese symbolisch ausgesät. Ein Erntebrot wird gebacken und an alle verteilt.

 

Es wird versucht zu erfahren wie der Winter wird. Es werden die Ahnen befragt, die Runen oder Bohnen geworfen. Die Menschen trösten sich gegenseitig und geben sich Halt für die kommende Jahreszeit. Die Familie rückt näher zusammen. Es wird nicht mehr so viel Zeit draußen verbracht.